Vögel
...wird auch liebevoll "unser Klärchen" genannt und ist bei uns das i-Tüpfelchen im Vogelschwarm! Sie ist eine weiße Lachtaube und wie der Name schon sagt kann sie Geräusche von sich geben, die sich anhören als würde sie herzhaft lachen. Das hört sich dann richtig laut an und ist doch gerade für Besucher ein eher ungewöhnliches Geräusch. Klärchen hatte es anfangs nicht leicht, denn durch eine angeborene Schrägstellung ihres Kopfes konnte sie nicht bzw. nur im Kreis gehen und flattern (an richtiges Fliegen dachte damals niemand). In kleineren Volieren oder engen Räumen konnte man sie daher leider überhaupt nicht aus ihrem Käfig lassen, da sie sofort gegen die nächste Wand geflogen wäre und sich so schlimme Verletzungen hätte zuziehen können... und so saß sie dann in ihrem Käfig möglichst eingeengt, so dass sie überhaupt nicht mehr auf die Idee kommen sollte, einen sinnlosen und eben auch gefährlichen Flugversuch zu starten. Doch nach längerem Hin und Her (und dem täglichen Kontakt mit der armen Taube alleine in ihrem Käfig) beschlossen wir, den Versuch zu wagen, ihr Gehirn irgendwie dazu zu bringen "um die Ecke zu denken" und so die Schrägstellung des Kopfes und die damit verbundenen Gleichgewichtsstörungen auszugleichen. Wir liesen Klärchen also einfach in unserem größten Raum unter Aufsicht frei mit dem Hintergedanken, dass sie hier mehr Bewegungsfreiheit haben würde und nicht sofort gegen irgend etwas fliegen würde, wenn sie doch abheben sollte. Und siehe da, sie WOLLTE fliegen, schaffte auch einen unbeholfenen Kreis zu flattern und landete dann wieder unbeschadet am Boden. Das war wohl das erst mal in ihrem Leben, dass einer ihrer Flugversuche nicht damit endete, dass sie gegen irgend etwas dagegen flog und sich weh tat... Dieser erste Versuch zeigte uns, dass Klärchen erst mal nur viel Platz brauchen würde um überhaupt richtiges Fliegen lernen zu können. Wir hofften, dass sie es vielleicht irgendwann mit viel Übung schaffen würde, ihr Gehirn "umzuprogrammieren" und so ihre Bewegungen koordinieren zu können. Ab diesem Tag wurde fleißig geübt und tatsächlich schaffte sie mit der Zeit immer geradere und weitere Strecken richtig zu fliegen... Als sie dann irgendwann nach kurzem Trudeln auf einem Regal landete um dann sofort triumphierend zu "lachen" wußten wir, dass sie über den Berg war und liesen sie ab diesem Tag mit den anderen Vögeln im "Tierzimmer" fliegen! Heute merkt man ihr auf den ersten Blick gar nichts mehr an, ihren Kopf hält sie vor allem beim Fliegen natürlich noch sehr schräg, doch sie kommt überall an und kann mittlerweile auch hervorragend landen. Das Fliegen und die Freiheit im "Tierzimmer" machen ihr sichtlich Freude und sie lässt sich von den anderen nichts gefallen; da verteidigt sie ihre Lieblingssitzplätze vehement und "lacht" die anderen aus. Das Erfolgserlebnis "Fliegen" hat aus unserem Klärchen eine ganz selbsbewußte Persönlichkeit gemacht, auf die wir natürlich besonders stolz sind.
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